Honduras: Der geheime Star der Karibik


Fragt man einen Menschen auf der Straße nach dem Land Honduras, seiner geografischen Lage und seiner Kultur, bekommt man wohl nur ein verständnisloses Achselzucken als Antwort. Das darf auch nicht weiter verwundern, denn im Gegensatz zu anderen zentralamerikanischen Ländern fristete Honduras lange Zeit ein tristes Dasein, geprägt von Korruption, großer Armut und Kriminalität. Doch auch in dem lange Zeit von der Welt kaum wahrgenommenen zentralamerikanischen Land ändern sich die Zeiten und somit auch die Bedingungen.

Honduras und seine Regenwälder in Gefahr

Der Umstand, dass Honduras großen Nahrungsmittelkonzernen lange Zeit als Plantage diente, macht das Land zu einem rohen, noch ungeschliffenen Juwel in der Karibik. Während sich andere Länder bereits dem Tourismus angepasst haben, findet man in Honduras noch Tradition und Ursprünglichkeit. Noch immer ist Honduras knapp zur Hälfte vom tropischen Regenwald bedeckt. Doch wie auch in anderen Ländern ist auch in Honduras der Regenwald bedroht. Die Armut treibt viele Landwirte in die Wälder, wo sie Bäume roden, um vom Holzverkauf zu leben oder um auf den fruchtbaren, freigewordenen Böden Viehzucht und Ackerbau zu betreiben. Ein scheinbar unlösbares Problem, betrachtet man die Menschen, welche im täglichen Kampf gegen die Armut um ihr Überleben ringen.
Die Folgen für den Regenwald und seine Bewohner sind unvorhersehbar. Als Folge dieser Entwicklung wurden Nationalparks eingerichtet, in denen sich die Natur weiterhin frei und geschützt entwickeln kann. Doch nicht nur Tieren und Pflanzen dienen die Nationalparks als Schutz. Auch die indigene Bevölkerung des Landes sucht in den Nationalparks Schutz vor der neuen Entwicklung. Der immer größer werdende Druck durch Rodung von Waldflächen nimmt den Indios die natürliche Lebensgrundlage. Als Ausweg bleibt oft nur die Flucht in einen dieser staatlich geschützten natürlichen Räume.

Tourismus auf dem Vormarsch

Dennoch ist der Tourismus auf dem Vormarsch. Genau genommen ist es die Karibikküste Honduras, welche Touristen in das Land lockt. Hunderte von Kilometern weißer Sandstrand bieten zahlreiche filmreife Kulissen. Doch an die Karibikküste Honduras sollte man nicht reisen, um ein Sonnenband zu nehmen. Dafür gibt es andere Destinationen. Hierher sollte man kommen, wenn man eine atemberaubende Unterwasserlandschaft erleben will. Besonders beim Schnorcheln erlebt man unvergessliche Eindrücke. Selbst hartgesottene Landratten spielen nach den ersten Schnorchelerlebnissen mit dem Gedanken, einen Tauchkurs zu belegen. Erst wenn man sich vollständig in die Welt unter Wasser begibt, erfährt man dieses einzigartige Gefühl. Umgeben von bunten Fischen ist ein Tauchgang im warmen Gewässer der karibischen See ein einmaliges und unvergleichbares Ereignis.

Maya-Fundstätten und andere Schätze

Doch nicht nur mit seinen unermesslichen Naturschätzen kann Honduras punkten. Auch Spuren präkolumbianischer Kulturen findet man in diesem Land. Die Maya-Fundstätten von Copán gelten als sensationeller Fund.
Während die Überreste der Maya-Fundstätten vom untergegangenen Hochkulturen berichten, kann man in den Dörfern und Städten das rege Leben der Gegenwart genießen. Vor allem an der Karibikküste herrscht ein reges und buntes Treiben. Hier sind es die Garifunas, Nachfahren afrikanischer Sklaven, welche mit ihren Gesängen und Tänzen dem täglichen Geschehen erst den schwungvollen Rythmus verleihen. So richtig in Schwung kommen sie dabei jedoch erst wenn es dunkel wird. Geplant ist hierbei kaum etwas. Dafür sind die Garifunas einfach zu gut in dem was sie tun. So gut, dass selbst die UNESCO sie in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit eingetragen hat.

Image: Jordan West – Fotolia

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